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Missing since 22.01.2005-Vermisst seit 22.01.2005


Briefe für Sarah 

 

Brief 3

Mein kleiner Sonnenschein Sarah.
Nun ist ein neues Jahr angebrochen und es sind jetzt fast 3 Jahre her, dass ich dich das letzte mal gesehen habe. Dein Vater ist nicht bereit einen Kompromiss einzugehen. Er will erst alle Papiere und Unterlagen haben um einen Daueraufenthalt für Deutschland zu bekommen und dann erst will er mit dir zusammen nach Deutschland kommen. Aber ich kann ihm das nicht glauben, er wird dich nicht zurücklassen zu mir wenn er dich erstmal in seinem Pass eingetragen hat. Eine gute Nachricht gab es aber im letzten Jahr für mich, er hat das Sorgerecht nicht für dich bekommen im Libanon. Das heißt Das Gericht hat ihm nicht geglaubt. Er hat viele Dokumente gefälscht um das Sorgerecht im Libanon zu bekommen und auch viel gelogen. Ich habe ihn oft gebeten mir Fotos von dir zu schicken, aber das will er nicht. Mir bleiben nur die Anrufe und die Hoffnung, dass ich mit dir reden darf. Naja, du verstehst mich ja nicht mehr und ich dich auch nicht, da wir nicht mehr die selbe Sprache sprechen. Ich denke jeden Tag an dich und ich vermisse dich so sehr.
Ich liebe dich mein Engel. Ich werde dich nie vergessen und ich werde nie die Hoffnung aufgeben, dass du zu mir zurück kommst.

Deine dich liebende Mama

 

Brief 2

Mein kleiner Sonnenschein Sarah,
Ich habe große Angst um dich da es gerade Krieg gibt im Libanon, da wo du gerade bist. Ich habe deinen Vater gebeten dich ausreisen zu lassen damit dir nichts passiert, aber er hat nur gesagt dass er das nicht will. Was ist das für eine Vaterliebe? Ein Vater sollte doch sein Kind beschützen und nicht den Gefahren eines Krieges aussetzen. Ich hoffe dir geht es gut und du hast nicht zu große Angst.

Egal was man zu dir sagt, mein kleiner Sonnenschein, ich werde dich immer lieben.
Deine Mama

 

Brief 1

Liebe Sarah, mein kleiner Sonnenschein.
Hoffentlich geht es dir gut?

Du warst immer ein sehr lustiges, fröhliches Kind gewesen. Wenn wir spazieren waren und du ältere Frauen gesehen hast, dann hast du sie immer mit: „ Hallo Oma“ angesprochen und gewunken. Die anderen Leute haben dann immer gelacht und dir zurück gewunken.

Als du ein Jahr und vier Monate alt warst kamst du in den Kindergarten Du bist sehr gerne in den Kindergarten gegangen. Dort hast du sehr gern getanzt, gemalt und gesungen. Und wenn du angefangen hast zu malen, dann wolltest du nicht mehr aufhören damit. Du hast mir sehr schöne Bilder gemalt. Ich habe alle aufgehoben, damit du sie dir ansehen kannst wenn du wieder zu Hause bist.

Ich wollte immer dass du ohne Sorgen aufwächst aber es war nicht einfach mit deinem Vater zu leben. Wenn du am Tage wach warst hat er die ganze Zeit geschlafen und wir mussten leise sein und wenn es Abend wurde und du geschlafen hast dann ist er zu seinen Freunden gegangen und kam erst am frühen Morgen nach Hause. Er hat nie mit dir gespielt, dir was zu essen gegeben. Er sagte das er erst was mit dir anfangen könne wenn du größer bist. Als du dann elf Monate alt warst, habe ich sehr schlimme Sachen, die dein Vater gemacht hat, erfahren. Ich habe mich dann von ihm getrennt um dir ein ruhiges gewaltfreies Leben bieten zu können.